Aus dem Tagebuch eines Foodisten in Südkorea

Im ersten Teil ihrer MONAtlichen Kolumne berichtet Mona von Startschwierigkeiten in Südkorea  – und von den süßen und scharfen Extremen der koreanischen Küche.

 

Wieso denn gerade Südkorea? Japan vielleicht, oder China, aber Südkorea? Das Land von Gangnam Style und Samsung, was hat das denn schon zu bieten? Und die nördlichen Nachbarn sind wohl eher nicht vorzuziehen…

Wieso also Südkorea? Für mich klang es nach etwas Neuem, etwas Aufregendem und irgendwie hat es sich wohl auch so ergeben. Dabei fing mein Abenteuer schon gut an: Kaum angekommen in Incheon, einer Stadt nahe der Hauptstadt Seoul, stand ich erstmal ohne Geld da. Der Geldautomat wollte meine Kreditkarte einfach nicht annehmen. Dann eben schnell ein paar Euros in Won (die koreanische Währung) umgetauscht und damit die U-Bahn bezahlt, die mich letztendlich zu meinem Wohnheim brachte. Mit internationalen Kreditkarten sollte man wohl generell auf alles gefasst sein. Auch andere Studenten hatten mit sämtlichen Karten Probleme: Einen Tag funktionierte ein Automat, am anderen Tag dann wieder nicht. Woran das liegt, ist und bleibt wohl ein Mysterium.

Foto: Mona Enßlin
Foto: Mona Enßlin

Am zweiten Tag blieb mir genug freie Zeit, um den Campus zu erkunden. Das berühmt-berüchtigte Back Gate der Inha Universität bietet einige Möglichkeiten zum Shoppen und Essen an. Dabei ist koreanisches Essen äußerst billig und lecker. Gestern Abend gab es samgyeopsal, das ist koreanisches BBQ. Fleisch wird am Tisch gegrillt, dazu gibt es Sojasprossen, Salat und das obligatorische Kimchi. Kimchi ist scharf eingelegter, fermentierter Chinakohl. Aber Achtung! Kimchi sollten zarte Gemüter wie ich besser nicht alleine essen, sondern nur mit viel Reis und Wasser genießen. Laut meinem koreanischen Buddy ist das Gemüse für Koreaner nicht wirklich scharf; es kommt also darauf an, wieviel Schärfe man gewohnt ist. Oft bekommt man Kimchi umsonst dazu und kann soviel nachbestellen, wie man will.

‘Westliche’ Gerichte sind hingegen in der Regel teurer und auch meist ganz anders, als wir es gewohnt sind. So gibt es in der Bäckereikette Paris Baguette, die frisch gebackene französische Croissants oder Baguette vermuten lässt, weit und breit kein Baguette (sehr zur Enttäuschung der französischen Austauschstudenten). Auch die Croissants sind nicht das, was ich von ihnen erwartet hätte, sondern weniger süß und fester in der Konsistenz. Sonst gibt es allerdings viele süße Sachen in Korea, die wir so nicht gewohnt sind. So ist Brot ausschließlich als süßes Milchbrötchen oder süßer Toast zu kaufen. Auch Chips sind oft nicht salzig, sondern schmecken nach Honig und Butter. Nichtsdestotrotz gibt es eine Menge leckerer Gerichte zu entdecken. Am besten man wendet sich an seinen koreanischen Buddy oder Zimmergenossen. Die wissen meistens, wo es gut und günstig ist.

 

Du willst mehr über Monas Austauschsemester in Südkorea wissen? Nächsten Monat gibt es einen neuen Teil der MONAtlichen Kolumne hier auf dem Blog.

 

von Mona Enßlin