“Bin nebenan. SofaWichsenPute”: Ein Interview.

Zum ersten Mal ein Theaterstück organisieren? Dieses Stück schauspielerisch ganz alleine stemmen? Dieses Wagnis sind Hans und Morgana eingegangen – sie haben zu zweit eine ganze Inszenierung auf die Beine gestellt. “Bin nebenan. SofaWichsenPute” feiert heute Abend im Experimentiertheater Premiere.

 

Unsere Onlineredakteurin Joana hat vorab mit Morgana, die allein Regie führt und Hans, der allein schauspielert, gesprochen:

V: Wie heißt euer Theaterstück und worum geht es genau?

Hans: Das Stück heißt Bin Nebenan und besteht aus drei Monologen, die von drei verschiedenen Männern gehalten werden. Jeder dieser drei Männer steckt in einer Krise und sie versuchen, diese Krise zu zeigen, wie sich das auf ihre Männlichkeit auswirken wird und wie sie damit umgehen. Das sind alles Identitätskrisen und wir versuchen, diese Identitätskrisen darzulegen.

 

V: Gab es dafür eine Vorlage, oder habt ihr das alles selbst entwickelt?

Morgana: Also die Monologe sind aus einer Monologsammlung von Ingrid Lausund, Monologe für Zuhause, und da haben wir uns einfach drei ausgesucht. Wir haben aber keine Inszenierungsvorlage benutzt und uns auch keine anderen Inszenierungen von Theatern angesehen. Das haben wir einfach so gemacht wie Hans am Anfang gespielt hat und dann, wie ich dachte, dass es gut aussieht. Und dann ist das so entstanden.

 

V: Morgana, du hast zum ersten Mal Regie geführt, beziehungsweise zum ersten Mal ein Theaterprojekt auf die Beine gestellt. Wie war das für dich, für eine Inszenierung verantwortlich zu sein?

Morgana: Es war schwieriger als ich dachte. Man muss sehr strukturiert und diszipliniert sein und ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich das nicht so ganz geschafft habe, obwohl etwas mega Tolles bei herausgekommen ist. Also, das ist auch ohne Struktur entstanden, wir haben teilweise nicht einmal regelmäßig geprobt. Das Stück ist in einem Prozess entstanden, der so nicht wirklich geplant war. Ich fand es schwieriger, als ich es mir vorgestellt habe.

 

V: Könntest du dir dann trotzdem vorstellen, ein größeres Projekt zu inszenieren?

Morgana: Ja, vorstellen kann ich es mir auf jeden Fall, allerdings dann mit mehr Recherche im Hintergrund und einer Assistenz, die das Organisatorische übernimmt. Einfach so, wie bei Bin Nebenan, würde ich es nicht mehr machen. Zumindest nicht nur so zu zweit ohne Hilfe und Unterstützung von jemandem.

 

V: Hans, du wirst ja ganz alleine spielen, also ohne “Hilfe” eines*einer anderen Schauspielers*Schauspielerin ein ganzes Stück füllen. Wie fühlt sich das für dich an und bist du aufgeregt?

Hans: Also ich würde schon sagen, dass ich aufgeregt bin. Es gab auch schon den ein oder anderen Nervenzusammenbruch bei Morgana (schmunzelt). Aber ich denke, das ist normal und ein bisschen Anspannung gehört auch einfach dazu – auch damit man es so gut wie möglich macht. Ich weiß auch, dass die Proben jetzt am Ende echt gut gelaufen sind und dann wird das Stück auch gut funktionieren. Diese Anspannung, die dann da ist, ist ja auch förderlich.

 

V: Dann bedanke ich mich herzlich für das Interview und toi toi toi!

 

Das Interview führte Joana Hammerer.

 

Bin Nebenan feiert am 5. Februar um 19.30 Uhr im Experimentiertheater Premiere. Am 6. Februar wird es noch eine weitere Aufführung geben.