Museumsbesuch am Schreibtisch

Museen sind in der Corona-Krise auf das Internet ausgewichen, wie so viele Institutionen. Laura hat sich die Online-Versionen mal angeschaut – wie sie die findet, lest ihr hier!

 

Durch das Auftauchen des Corona-Virus hat sich unser alltägliches Leben stark verändert. Egal ob die
Uni, der Job, das Privatleben oder sogar solch grundlegende Dinge wie der Einkauf im Supermarkt
oder das Treffen mit Freunden finden nun unter Auflagen statt.
Ebenso das kulturelle Leben. Mit den Einschränkungen vom 14. März waren Kultureinrichtungen wie
Theater oder Ausstellungen geschlossen, sowie größere Veranstaltungen verboten worden.
Kulturelle Höhepunkte wie die Blaue Nacht oder das Bardentreffen in Nürnberg, das Arena-Festival in
Erlangen oder Rock im Park wurden abgesagt, beziehungsweise auf 2021 verschoben.

Auch Museen waren von diesen Einschränkungen betroffen. Während sie ihre Pforten schlossen,
entschieden sich jedoch einige Museen dazu, ihre Ausstellungen auf digitalem Wege weiterhin für
Besucher geöffnet zu halten. Beim Googeln im Internet entdeckt man mehrere Ausstellungsräume
die ihre Kunst derzeit online anbieten, einen Link findet ihr hier. Aus Deutschland
sind das Pergamonmuseum in Berlin und das Deutsche Museum in München vertreten.
Doch wie läuft das ganze ab, möchte man sich fragen und: ersetzt mir der virtuelle Besuch des
Museums den persönlichen?

Klickt man auf das gewünschte Museum öffnet sich ein erster Einblick in das Gebäude. Ab hier ist die
Bedienung wie in Google Maps: Die Fortbewegung funktioniert mithilfe der Navigationspfeile oder
anhand einer eingeblendeten Auswahl an Kunstwerken. Dank der Verknüpfung mit Google
Arts & Culture ist nach dem Museumsbesuch auch ein virtueller Spaziergang durch die jeweilige
Museumsstadt möglich.

In einer Leiste werden die sehenswertesten Ausstellungsgegenstände aufgeführt, so kann man durch
Klicken den Standort wechseln und von dort weiter auf Erkundungstour gehen. Bei vereinzelten
Bildern finden sich auch Informationen zu Titel und Künstler*in. Gleichwohl nicht jede(s) Gemälde oder
Skulptur damit versehen ist.

Dennoch, trotz der einfachen Bedienung und dem kostenlosen Zugang ersetzt der digitale Rundgang
nicht den persönlichen Besuch des Museums. Man benötigt einiges an Vorstellungskraft und viel
Mausklicken, um sich den gesamten Raum zu erschließen. Dazu kommt, dass die Atmosphäre des
Gebäudes digital nicht so wirken kann, schließlich sind häufig die Museumsgebäude genauso
sehenswert wie die Sammlungen selbst. Aber es fehlen auch die kleinen Dinge: Die anderen
Besucher*innen, über die man sich normalerweise ärgert, da sie einem die Sicht auf das Gemälde
versperren. Es fehlt das Personal, unter deren strengen Blicken man versucht dem Gemälde noch ein
winziges Stückchen näher zu kommen. Durch die Leere wirkt das Museum beinahe unwirklich.

Das Spannende an der Idee des digitalen Museums ist jedoch, dass man nun erstmals Museen auf der
ganzen Welt vom Schreibtisch aus erkunden kann. Vertreten sind unter anderem das Rijksmuseum
in Amsterdam, das Frida-Kahlo-Museum in Mexiko City oder das Tokyo Fuji Art Museum. Die
Ausstellungsräume locken damit, einen ersten Blick auf ihre Kunst zu werfen. Dabei entdeckt man
einem bisher unbekannte Museen oder solche, die zu weit entfernt liegen. Wem der virtuelle
Rundgang nicht reicht, findet Inspirationen für den Urlaub 2021.

Eine andere Idee hatte das British Museum in London. Sie digitalisierten nicht das Museum, sondern
die Ausstellungsstücke. Nun kann man auf einem Zeitstrahl die Jahrhunderte entlang fliegen und
Grabungsfunde, die bis zu 2 Millionen Jahre zurückreichen entdecken. Wirklich sehenswert!
Übrigens: Auch die Hauptbibliothek der FAU hat inzwischen einige ihrer Sammlungen für
Schaulustige digitalisiert.

 

von Laura Kuddes

Beitragsbild: Pexels (Pixabay)

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