Ist “The Package – ein Netflix Original” sehenswert?

Der Film ist sicher schon vielen auf Netflix aufgefallen.

 

Als Titelbild hat er lediglich eine Emoji-Aubergine auf weißem Grund. Neugierig macht der Vorschautext dann aber nicht wirklich, aber im Zuge unseres Überthemas “Sex” habe ich mir den Film für euch angesehen.

 

ACHTUNG SPOILER

 

Inhalt:

„The Package“ handelt von 5 Jugendlichen, die anlässlich der Springbreak ein Wochenende zum Zelten fahren und sich mit Hilfe eines falschen Ausweises Alkohol besorgen. Die „Tradition“ besagt, dass sie in der Springbreak ihres Junior-Jahres eine Flasche Indigo Jamaica Rum zusammen in der Natur trinken – und genau das wollen sie begießen. Der falsche Ausweis war Jeremy einige Tage vorher in die Hände gefallen, er hatte die Chance genutzt und sich bereits in einem Waffengeschäft als ein Ex-Soldat ausgegeben und sich ein Butterfly-Messer gekauft.

Als sie ihr Lager aufgeschlagen haben, fangen sie gleich an mit einem ordentlichen (“amerikanischem”) Gelage, denn dafür steht der Film: er ist “richtig amerikanisch und typisch USA”. Ständig im Fokus stehen Sean und Becky, welche von ihrer Freundin Sarah ständig dazu gedrängt wird, mit Sean rumzumachen. Sean umgekehrt hat, wie Becky umgekehrt eigentlich auch, schon lange einen Crush auf sie und wird von Jeremy und Donnie dazu genötigt, endlich mit ihr im Bett zu landen.

Nachts, als Jeremy mit einem ordentlichen Pegel pinkeln geht, passiert es: er hantiert mit dem Butterfly rum und schneidet sich dann aus Versehen seinen Penis ab. Die Jugendlichen schaffen es gerade so, bei Verstand zu bleiben, was allerdings etwas unnatürlich rüberkommt, da sie seit Nachmittag Bier trinken. Sean geht mit allen Handys Netz suchen, kann dann schließlich doch den Rettungsdienst erreichen und verliert aber aus Tollpatschigkeit alle Smartphones. Der Hubschrauber kommt dann, um Jeremy abzuholen und den mittlerweile gefundenen Penis stecken die übrigen vier in eine Kühlbox und geben sie dem Sanitäter mit.

Wie es die Komik so will, ist es natürlich die falsche Kühlbox und sie müssen dann versuchen, den Penis möglichst kalt zu halten und ihn in das richtige Krankenhaus bringen. Über viele Slapstick-Einlagen, flache, aber oft lustige Gags und sehr viele Umwege gelangt dann Jeremys Penis dahin zurück, wo er hingehört. Und das im allerletzten Moment, bevor die Ärzte seine Wunde zunähen und ihn für immer versiegeln wollen.

 

Meine Bewertung:

Wie schon erwähnt, ist der Film geprägt von Slapstick, Tollpatschigkeit und Situationskomik. Klassischer Pipi-Kaka-Humor lässt viele Momente sehr komisch ‘rüber kommen, aber irgendwann ist die ständige Schwanz-Sprache auch ausgeleiert. Die Handlung ist recht vorhersehbar und nach 25 Minuten ist Jeremy bereits im Heli und man fragt sich, was passiert denn jetzt noch eine Stunde lang?

Durch den Film ziehen sich viele Missverständnisse und Verwechselungen, für meinen Geschmack dann doch etwas zu viele und gegen Ende kommen einfach nicht mehr so die Lacher raus. Was der Film allerdings gut macht, ist, dass er keine Scham zur Schau stellt. Auch wenn er an manchen Stellen vielleicht auch etwas schamvoller sein kann, zeigt er, wie es ist, wenn man einfach mal kein Blatt vor den Mund nimmt und locker lässig von abgeschnittenen Schwänzen spricht, ohne dabei rot zu werden oder umständliche Metaphern zu benutzen.

Was jedoch häufiger noch vorkommt, sind Filmfehler. Sowohl in der logischen Handlung, wie der Tag dargestellt wird, als auch, dass Details manchmal schon grob überzogen oder schlichtweg verkehrt sind. Ein Beispiel: Sean war für eine Zeit lang in Deutschland und auf seinem T-Shirt steht hinten drauf: „Steife Briese – Hamburgs stärkstes Improtheater“ und in seinem Zimmer hängt ein Kennzeichen aus Hannover (H). Entweder es hat einfach keinen tieferen Sinn, oder der amerikanische Regisseur hat verpeilt, welches Kennzeichen Hamburg hat (HH). Auch zeitlich passt nicht immer alles ganz korrekt zusammen, darüber muss man einfach hinwegsehen.

Funfact: Sean bekommt von Jeremy ein Kondom geschenkt, auf dem steht „The Fuck King“ – zumindest in der deutschen Fassung. Im amerikanischen Trailer steht jedoch auf der Verpackung „The Fun King“. Ich hab’ den Film nicht auf Englisch gesehen, kann mir aber vorstellen, dass dort die Dialoge nicht so „Schwanz-lastig“ sind wie in der deutschen Fassung.

 

Fazit:

Man kann sagen, der Film ist mitunter ganz lustig, vielleicht wenn man mit Freund*innen ein bisschen grünen Tee konsumiert oder bei jedem „Schwanz“ einen Schnaps trinken muss. Das kann vor allem das etwas siechende Ende erheitern. Ein Klassiker der Filmgeschichte wird es aber definitv nicht und die Chancen auf einen Oscar schätze ich als gering ein.

 

Von Henrik Hösch

 

Beitragsbild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

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