Zukunftsängste – Studium, und dann…offen sein für neue Erfahrungen

Annika steht schon mitten im Berufsleben. Nach anfänglichen Zweifeln weiß sie nun, nach knapp einem Jahr in der Arbeitswelt, auf was es ankommt und welche Dinge ihr im Job wichtig sind. 

 

Es ist sieben Uhr morgens. Mein Wecker klingelt. Widerwillig drehe ich mich um und mache ihn aus…nur noch zehn Minuten! Aber dann wird mir schlagartig bewusst, dass ich genau diese zehn Minuten nicht habe, weil ich einen Zug erreichen muss, um pünktlich bei der Arbeit zu sein. Ich schäle mich aus dem Bett, tappe ins Bad und dann nimmt der Tag seinen Lauf.

Meine größte Angst nach dem Studium war, dass ich erst mal auf unbestimmte Zeit zu Hause sitzen würde und zum Nichtstun verdammt wäre, weil ich Bewerbungen ohne Ende schreibe, mich aber niemand einstellen möchte. Das altbekannte Dilemma: am liebsten junge Mitarbeiter*innen, voller Energie, aber dann doch bitte mit 10 Jahren Berufserfahrung und Arbeit im Ausland…

Ich hatte ganz schön viel Angst, dass ich meinen Eltern noch länger auf der Tasche liegen könnte oder dass ich in irgendeinem Job lande, der mir absolut nicht gefällt, den ich aber machen muss, um mich irgendwie über Wasser zu halten.

Dementsprechend war ich sehr flexibel, was und wo ich denn arbeiten würde. Für mich kam es nach dem Studium erst mal darauf an, erste Erfahrungen zu sammeln und finanziell auf eigenen Beinen stehen zu können. Ich habe mich also wortwörtlich auf alles beworben, was auch nur entfernt meinen Qualifikationen entsprach. Nach einigen Bewerbungsgesprächen habe ich dann festgestellt, dass meine Chancen doch gar nicht so übel waren, wie ich befürchtet hatte.

Ich habe letztendlich auf eine der ersten beiden Zusagen geantwortet und mich einfach mal hinein gestürzt ins Berufsleben. Natürlich kamen da dann die nächsten Bedenken, ob ich dem Ganzen überhaupt gewachsen bin, ob das doch eher theoretische Studium mich wirklich darauf vorbereitet hat, in der Arbeitswelt zu bestehen, ob ich es schaffen würde, mich dort einzugewöhnen.

Ein Jahr später haben sich viele Bedenken in Luft aufgelöst. Es hat sich ein neuer Alltag entwickelt und ich habe viele Erfahrungen gesammelt, und das ist für mich erst mal das Wichtigste gewesen.

Wo es mich in meinem beruflichen Leben mal noch hin treibt, kann ich aktuell nicht sagen, aber im Lauf des letzten Jahres habe ich gelernt, dass sich immer irgendwo Chancen ergeben, wenn ich offen dafür bin und dass kein Job zu 100 Prozent perfekt ist, mir aber bestimmte Dinge (z.B. freie Zeitplanung, nette Kolleginnen und Kollegen, eine unbefristete Tätigkeit) wichtiger sind als andere (höheres Gehalt, weniger Pendeln, schneller auf der Karriereleiter nach oben klettern).

Mit gewissen Unsicherheiten werde ich immer leben müssen und es gibt auch mal Tage, an denen nicht alles gut läuft und Spaß macht, aber solange ich morgens gerne aufstehe und zur Arbeit gehe, ist das für mich völlig in Ordnung.

 

Von Annika Schwarm

Lest hier den Artikel von Sabrina Ahmed zu Zukunftsängsten.

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